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Mein Auslandssemester in Thailand

Elena-Sophie, Studentin an der DHBW in Mosbach, berichtet von ihrem Auslandssemester in Thailand.

Durch mein Studium an der dualen Hochschule Baden-Württemberg ist es mir möglich das vierte Semester im Ausland zu absolvieren. Mit der Zustimmung von EGGER habe ich mich für das Auslandssemester in Thailand beworben und hatte das Glück, dort angenommen zu werden. Somit begann mein Auslandsaufenthalt Ende Dezember 2019. Mein Ziel: Das Mahidol University International College (MUIC) in Bangkok. Auf mich warteten drei Monate Abenteuer in der Metropole Bangkok mit 14,56 Millionen Einwohnern, viel Trubel, Reichtum als auch Armut und eine tägliche Außentemperatur von 35 Grad.

Mein Auslandssemester in Thailand

Mein Studium an dem MUIC

Das englischsprachige MUIC ist ein Teil der thailändischen Mahidol University und zählt zu den renommiertesten Universitäten in Thailand. Die Universität wurde im Jahr 1943 vom thailändischen König erbaut und lehrt ca. 26.000 Studenten. Als Student des MUIC genießt man in Thailand einen Sonderstatus. Durch das hohe Ansehen wird man beispielsweise bei Behörden, in Krankenhäusern oder auch bei der Immigration am Flughafen bevorzugt behandelt. Generell habe ich dort nur mit wohlhabenden Thais, aufgrund der hohen Studiengebühren, studiert. Das hat mir die Möglichkeit gegeben beide Seiten von Thailand kennenzulernen, die reiche als auch die arme Seite. Zum einen studierte ich mit den Thais, welche sich um viele Grundbedürfnisse so gut wie gar keine Gedanken machen müssen. Und auf der anderen Seiten sah ich viel Leid und Armut. Nur ca. 500 Meter von meiner Unterkunft war ein kleines Armenviertel, wo zahlreiche Familien in Wellblechhütten leben müssen.
Das äußere Erscheinungsbild wird am MUIC sehr groß geschrieben und bei unpassender Kleidung/Auftreten wurde man von Vorlesungen und sogar von Klausuren ausgeschlossen. Das Tragen einer Uniform war Pflicht am College – auch hieran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Zudem drohte eine Geldstrafe bei Nichttragen der Uniform. Ebenso wurde viel Leistung von uns erwartet: das MUIC verlangte sehr viele Gruppen-, Einzelprojekte und wissenschaftliche Ausarbeitungen. Jede Woche wurden Kurz-Tests geschrieben, um zu schauen, wie die Studenten die Lerninhalte verstehen. Das war wirklich ganz anders als an der DHBW in Mosbach, da sich dort die Gesamtnote fast überwiegend aus einer Klausur am Ende des Semesters ergibt. Neben den wirtschaftlichen Pflichtkursen belegte ich am MUIC auch den Kurs „Introduction to Thai Language and Culture“. Dort wurden uns die Grundzüge der thailändischen Sprache, als auch kulturelle Besonderheiten vermittelt.

Mahidol University
Vorlesung Macroeconomics

Thailändische Besonderheiten

Die Thais sind generell sehr freundliche und bodenständige Menschen. Sie leben für den Buddhismus und ehren ihren König. Jegliche negative Äußerung gegenüber dem König wird mindestens mit einer Geldstrafe und teilweise sogar mit einer Gefängnisstrafe gebüßt. Da der thailändische König auch auf den Geldscheinen abgedruckt ist, ist es untersagt den Gelschein mit seinen Füßen zu berühren. Die Füßen zählen für die Thais als unrein und sind das minderwertigste Glied des ganzen Körpers. Beispielsweise darf die Fußspitze nicht in Richtung von königlichen Gemälden zeigen. Aus Höflichkeit gilt es, sich beim Betreten von Gebäuden die Schuhe auszuziehen, sei es bei einer Familie zu Hause oder auch in einem kleinen Einkaufsgeschäft. Die wichtigste Geste der Thais ist der sogenannte „Wai“. Man legt seine Hände auf Gesichtshöhe aufeinander und beugt den Kopf ein Stück zu den Händen herunter. Mit dieser Geste soll der Respekt zu älteren Person ausgedrückt werden. Nicht zu vergessen ist der Reis. „Thailänder leben Reis, isst du keinen Reis, bist du kein richtiger Thai“, das sagt mir eine einheimische Studentin und damit hat sie definitiv recht.
Tempel Wat Pho
Ausflug Chiang Mai

Ausflüge

Thailand hat sehr viel zu bieten. Von weißen Stränden mit kristallklaren, blauem Wasser über große buddhistischen Tempelanlagen bis hin zu Dschungelerlebnissen mit freilebenden Elefanten und Affen. Die freien Wochenenden haben wir dafür genutzt, um uns das Land anzuschauen. Wir besuchten den Ort Krabi, von wo die bekannte „James-Bond-Island“ zu erreichen ist. Für das richtige Inselgefühl bereisten wir noch die Inseln Phuket, Koh Tao und Koh Phangan. Zu den wirklichen Highlights zählt definitiv der Wochenendtrip in den Norden von Thailand nach Chiang Mai. Dort machten wir zusammen mit Einheimischen eine Trekking-Tour. Wir sahen Wasserfälle, welche nicht von Touristen überfüllt waren und schliefen in einem alten, einheimischen Dorf – mitten im Dschungel. Es gab kein fließendes Wasser, keinen Strom und lediglich ein paar Hütten aus Holz. Die Nacht war wirklich sehr kalt und nur mit genügend Moskito-Netzen auszuhalten. Am nächsten Morgen stand noch das „Bamboo-Rafting“ auf dem Plan. Dort ging es mit einem Floss, was lediglich aus 5 Bambus-Rohren bestand, auf einen Fluss mit Stromschnellen. Die Fahrt haben wir alle gesund und munter überstanden und rückblickend war es wirklich eine absolut unvergessliche Erfahrung.

Corona

Corona holte auch mich in Thailand ein. Bereits ab Ende Januar bestand am MUIC eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Ab sofort war vor Einkaufszentren, Restaurants und Bars eine verpflichtende Fieberkontrolle. Mitte März wurde am MUIC leider der erste Corona-Fall bestätigt. Die ersten Auslandsstudenten sind somit abgereist und nach mehrfacher Absprache mit EGGER haben auch wir zusammen entschieden, dass der sichere Weg ein frühzeitiger Abbruch des Semester sei. Am 20. März habe ich mein Auslandssemester beendet und bin zurück nach Deutschland geflogen. Somit fehlten mir noch knapp 3 Wochen Vorlesungszeit bis zum offiziellen Semesterende, welche ich aber online nachholen konnte. Trotz Corona konnte ich das Semester, fast wie geplant, erfolgreich abschließen.

Fazit

Ich würde diesen Schritt sofort wieder wagen, denn fachlich und auch persönlich hat mich die Zeit in Thailand sehr geprägt. Insgesamt kann ich auf eine unvergessliche Zeit zurückblicken und bin sehr dankbar, diese Chance von EGGER bekommen zu haben!

Montag, Juli 13, 2020